Flexibles Gesundheitsbudget

Flexibles Gesundheitsbudget statt Bausteintarife

March 27, 20243 min read

Allgemein: 

Die Betriebliche Krankenzusatzversicherung (bKV) ist eine durch den Arbeitgeber organisierte und meist auch finanzierte Form der Krankenzusatzversicherung. Unternehmen ermöglichen ihren Arbeitnehmern damit eine bessere Gesundheitsversorgung zu einem günstigen Beitrag. 

Ihre Verbreitung in den Unternehmen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, seit 2020 würdigt der Gesetzgeber diese ergänzende Vorsorge durch steuerfreie Beiträge.

Herausforderung:

Am Markt gibt es diverse Versicherer, die bKV-Lösungen anbieten. Innerhalb dieser bKV-Angebote gibt es noch einmal verschiedene Ansätze, darunter Bausteintarife und seit wenigen Jahren Budgettarife.

Bei den klassischen Bausteintarifen wählt der Arbeitgeber verschiedene Tarif-Module, beispielsweise für Zahngesundheit- plus Vorsorge- und/oder Sehhilfen, selbst aus und stellt diese seinen Mitarbeitern in dieser Kombination zur Verfügung. Die Bausteine sind fest vorgegeben, Leistungen aus anderen  Bereichen, die nicht in den Bausteinen enthalten sind, werden nicht erstattet. Dies führt in einigen Fällen dazu, dass Mitarbeiter „gerade die Leistungen“, die sie im Akutfall benötigen, doch wieder selbst finanzieren müssen (Murphy’s Law). In der Gefühlswelt der betroffenen Mitarbeiter schwindet dann die persönliche Wertschätzung für das Angebot des Arbeitgebers – schließlich hat es ja Lücken („… und überhaupt, wenn der Chef mich mal vorher gefragt hätte …“).

Lösung:

Im Gegensatz zu den Bausteintarifen legen Budgettarife den Schwerpunkt auf ein individuell verfügbares Budget für jeden Mitarbeiter, beispielsweise 600 Euro pro Kalenderjahr. Dieses Budget kann jedes Jahr neu und völlig flexibel für verschiedene Gesundheitsleistungen verwendet werden, darunter Alternative Medizin, Vorsorge, Schutzimpfungen, Arznei- Verband- Heil- und Hilfsmittel, Zuzahlungen, Sehhilfen, Laserbehandlungen am Auge, Zahnprophylaxe und Zahnbehandlung.

Diese modernen Tarife bieten den Mitarbeitern eine gewisse Autonomie, da sie selbst entscheiden können, wie sie ihr Budget im jeweils aktuellen Jahr verwenden möchten. Das fördert die Eigenverantwortung und ermöglicht den Arbeitnehmern, die Gesundheitsvorsorge nach ihren persönlichen Bedürfnissen zu gestalten. In jedem Fall steigt bei Budgettarifen die Wahrscheinlich, dass die im Laufe eines Jahres in Anspruch genommene Gesundheitsleistungen erstattet werden. Für viele Mitarbeiter bedeutet dies eine finanzielle Entlastung in schwierigen Zeiten.

Übrigens, Budgettarife gibt es in mehreren Budgetstufen von 300 bis 1200 Euro pro Jahr und sind für GKV- und PKV-Versicherte gleichermaßen nutzbar. Der Hebel „kleiner Einsatz, große Wirkung“ (ROI: Beitrag statt Nettolohnerhöhung) ist sehr positiv.

Nutzen für das Unternehmen:

Die Leistung des Arbeitgebers kommt allen Mitarbeiter zugute – außer den ganz wenigen, die ganzjährig gesund sind und Apotheken und Arztpraxen nur von außen kennen.

Es gibt keine Diskussionen mehr – und auch kein Flurgetuschel – darüber, ob und welche Gesundheitsleistungen / Bausteine nicht doch sinnvoller / besser / praxisnäher gewesen wären. Negativen Meinungsmachern wird die Grundlage entzogen. 


Die
Zufriedenheit der Mitarbeiter bleibt nachhaltig hoch, da durch die jährlich neue, flexible Handhabung der Budgets die Nutzungsmöglichkeiten lebensnah unterstützt werden.

Die Produktivität der Mitarbeiter wird erhöht, da der individuelle Gesundheitszustand der Mitarbeiter passgenau und flexibel gefördert wird. Krankheitsbedingte Fehlzeiten werden potenziell reduziert.

... über 500 % Return-on Investment (ROI)

Gesundheitsbudget statt Lohnerhöhung?!

Rechnen Sie gerne mal mit: Sie sind ein Kleinbetrieb und möchten Ihren Mitarbeitern eine Lohnerhöhung von 50 € netto zukommen lassen. Ihre bisherigen Lohnkosten für einen Angestellten  mit 2.500 € brutto / 1.746 € netto (St-Kl. I mit Kirche, keine Kinder, Hessen, pflichtversichert, inkl. Umlagen für U1, U2, U3 und BG) betragen 3.105 € - alle Werte gerundet.

Um für diese Person 50 € mehr netto zu erzielen, müssten Sie das Brutto auf 2.589 € erhöhen, d.h. inkl. Lohnnebenkosten auf 3.216 €. Der Mehraufwand für Sie als Arbeitgeber betrüge 111 €


Gewähren Sie dagegen 600 € jährlich frei verfügbares Gesundheitsbudget (Ø monatlich 50 €), kostet Sie das nur eine Prämie von rd. 17 € im Monat. Sie sparen also für den ähnlichen Netto-Effekt im Portemonnaie des Mitarbeiters rd. 94 € ein, d.h.
Ihr ROI für diese Variante beträgt 553 % (Ersparnis / Beitrag). Hinzu kämen die dargestellten Nutzen der vorherigen Seite.

Gewiss sehen die individuellen Zahlen für Ihren Betrieb anders aus - aber selbst wenn Ihr ROI nur die Hälfte der obigen Rechnung betragen sollte, hätten Sie kräftig gewonnen.


Tipp: Sollten Sie den Sachbezug bereits anderweitig ausgenutzt haben, denken Sie gerne mal über Kombinationen und “Aufteilen” mit einem Gesundheitsbudget nach. Auch das hilft Ihrem Ertrag. 


Außerdem
wandeln Sie mit einem Gesundheitsbudget progressive Lohnbestandteile in statische um, die an künftigen prozentualen Lohnerhöhungn nicht mehr teilnehmen! Ein gutes Argument, oder?

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